
| 801 Fäden ziehen | 803 Vorurteilsmauer | 805 Eigenschaften zuwürfeln | 807 Wir kontra Dr. Sommer |
| 802 Streichhölzer legen | 804 Ballonreise | 806 Redaktion Sex-Zeitschrift |
Ziel: Paare bilden, durch Ziehen von Fäden aus einem Knäuel.
Material: Wollfäden
Um Paare zufällig zusammenzustellen: Der Spielleiter hält ca. 1 m lange Woll- oder Bindfäden (halb so viele wie Spieler) so in der Faust, daß die Fadenenden links und rechts herunterhängen. Jeder ergreift ein Ende und ohne Loslassen muss sich die Gruppe zu lauter Paaren entwirren. Für die Bildung von Vierergruppen gibt es einen zweiten Durchgang: Von jedem Paar fasst ein Spieler an ein Ende. Achtergruppen würden einen dritten Durchgang benötigen.
802 Streichhölzer legenZiel: Streichholzfiguren nach Beschreibung legen.
Material: Je Person eine Schachtel Streichhölzer
Es werden Paare gebildet, die Spieler sitzen Rücken an Rücken, jeder hat ca.20 bis 30 Streichhölzer. Beide legen gleichzeitig eine Figur (abstrakt, Tier, Verkehrszeichen o.ä.) mit 10 bis 15 Streichhölzern. Dann beschreibt ein Spieler den anderen, wie seine Hölzer liegen, der andere soll nach dieser Anweisung die Figur nachlegen (neben der eigenen Figur). Rückfragen sind nicht erlaubt. Dann beschreibt der zweite Spieler seine Figur und der erste legt nach Anweisung. Dann schauen sie beide die Ergebnisse an und stellen lachend fest, daß es gar nicht so einfach ist, genau zu beschreiben.
803 VorurteilsmauerMaterial: Kleine Schuhkartons, Filzstifte, 3x so viele Kartons wie Mitspieler
Vor Beginn des Spiels findet ein kurzes Brainstorming über Urteile gegenüber dem Fremden statt, z.B. in der deutschen Gruppe: „Marokkaner sind ....“. Im Anschluss daran schreibt jeder Teilnehmer drei der für ihn wichtigsten Merkmale der fremden Nation auf die Längsseite dreier Kartons. Aus allen Kartons wird eine Mauer gebaut, die auf der Vorderseite mit den Vorurteilen in einer Sprache, auf der Rückseite mit den Vorurteilen in der anderen Sprache beschriftet ist. Die Mauer soll während der gesamten Maßnahme in einem zentralen Raum stehen, so daß jeder Teilnehmer im Verlauf der Begegnung die Möglichkeit hat Kartons zu entfernen (wenn sich ein Vorurteil nicht bestätigt hat) bzw. Kartons hinzufügen (wenn neue Urteile entstanden sind). So kann sich die Vorurteilsmauer laufend verändern.
804 BallonreiseVier Personen (evtl. berühmte Persönlichkeiten) sitzen in einem roten Fesselballon. Der Ballon ist überladen. Die Reisenden können nur denn wieder heil auf der Erde landen, wenn einer vorher den Ballon verlässt. Jeder muss die anderen davon überzeugen versuchen, daß gerade er nicht geopfert werden darf.
Beobachtungskriterien: Wie wird versucht, die anderen von der eigenen Wichtigkeit zu überzeugen: durch lautes oder aggressives Reden - indem andere angeschwärzt werden, durch Drohen - indem Interesse oder Mitleid erweckt wird - durch überzeugen?
805 Eigenschaften zuwürfelnMaterial: 2 große Schaumstoffwürfel, Klebeetiketten, Musik
Auf einen großen Schaumstoffwürfel werden typisch männliche und auf einen anderen typisch weibliche Eigenschaften mit Klebezetteln angebracht. Bei Musik werden beide Würfel kreuz und quer gleichzeitig im Kreis herumgewürfelt. Bei Musikstop sagen die beiden Würfelempfänger, ob die gerade oben liegende Eigenschaft auf sie zutrifft (Warum? Warum nicht? Beispiele?) Die Gruppe kann Stellung beziehen. Evtl. sogar reihum sagen, wieweit die Einschätzung richtig ist.
Variation: Kann mit anderen Wörtern zur Diskussion sozialer Verhaltensweisen (z.B. Arten der Konfliktlösung) genutzt werden.
Anmerkung: Die Wörter können vorher in getrennt-geschlechtlicher Gruppenarbeit ausgedacht werden (jeweils über das andere Geschlecht).
806 Redaktion Sex-ZeitschriftMaterial: Viele „Sex“-Illustriertenbilder
Jede Kleingruppe bildet das Redaktionsteam für eine bestimmte Zeitschrift (Frauenjournal, Männermagazin, „Emma“, „Playboy“, „Stern“, „Bunte“, ...) Die Linie dieser Blätter muss den Gruppen bekannt sein. Aus einer großen Zahl möglicher Titelbilder soll man sich für ein Titelbild und ein Reservetitelbild entscheiden. In einer großen Verlagsgruppenkonferenz werden die Titelbilder vorgestellt und die Auswahl begründet. Durch die Wahl und die Begründungen sollen die Spieler Rollenklischees und Massenmedien-Normen kennenlernen.
807 Wir kontra Dr. SommerGruppengröße: Kleingruppen bis sechs Teilnehmer, Alter: ab zwölf Jahre.
Ziele: Intensive Beschäftigung mit Problemen im Bereich Sexualität und Partnerschaft, Demaskierung von „Aufklärungsartikeln“ in Jugendzeitschriften.
Vorbereitung: Mehrere Briefe an „Dr. Sommer“ (Bravo - Was dich bewegt oder andere Zeitschriften) und die entsprechenden Antworten, aber auf verschiedenen Karten geklebt, Aufklärungsliteratur.
Methodischer Aufbau: Spielgedanke ist, auf Briefe, die im Teil „Was dich bewegt“ in Bravo veröffentlicht werden und deren Beantwortung durch das „Sommer-Team“ (die die Mitspieler nicht kennen), selbst eine Antwort zu entwickeln und aufzuschreiben. Dazu sollten Literatur, eigene Erfahrungen, Informationen vom der Gruppenleiter usw. benutzt werden. Mit der Antwort sollten möglichst alle Mitspieler einverstanden sein. Dann wird die gefundene Antwort mit der von Dr. Sommer verglichen. Bei Interesse werden weitere Briefe bearbeitet.
Hinweis: Bei Gruppen, die sich nicht so gut kennen oder wenn die Jungen stark dominieren (was oft der Fall ist und Diskussionen schwer macht) empfiehlt es sich, in einer Mädchen- bzw. Jungengruppe zu diskutieren und die Ergebnisse anschließend zu vergleichen.
Literatur über Bravo-Aufklärung: Monika Savier/Carola Wildt, „Mädchen zwischen Anpassung und Widerstand“, Verlag: Frauenoffensive, München 78.
Anmerkung: Das Spiel thematisiert Probleme, ohne daß die Jugendlichen zunächst direkt betroffen sind. Dadurch ist das Gespräch weniger angstbesetzt. Die lustigen Momente sollen beim Spiel nicht zu kurz kommen, aber auch wirkliche Probleme nicht verdecken. Die eigene Erfahrungen der Jugendlichen sollen im Mittelpunkt stehen. Auch die Frage nach Patentrezepten und Briefkastenonkelmethode kann thematisiert werden.