Dezember 1998
Eine unvorhersehbare gigantische Explosion spaltet den Mt. Fuji in zwei Teile, was eine Kettenreaktion von weiteren katastrophalen Ereignissen auslöst. Im ganzen Land tauchen plötzlich eruptionsartige Feuerbälle mit einem Radius von fast 50 km auf, die alles Asche verwandeln was sie berühren.
Mehr als 1/3 der Bevölkerung wird auslöscht und nur Säulen aus schwarzem Stein bleiben zurück. Die Dämonen aus der anderen Dimension entledigen sich dieser Welt...
Dem Release von Soukaigi im Mai 1998 trat man mit Wasser im Munde entgegen.
Erwartete man doch ein Spiel, dass mit solch apokalyptischen Vorraussetzungen einem Anime-Klassiker wie Akira das Wasser reichen kann. Pustekuchen. Squares ehrgeiziges Projekt auf drei CDs schuf sich da lieber-fast schon-ein eigenes Genre, weil nicht zu interaktiv ist, um es ein Action-RPG-noch zu linear um es ausschliesslich ein Adventure zu nennen. Und ein Platformer ist es definitiv auch nicht......aber was ist es dann?
Betrachten wir zuersteinmal das simple Spielprinzip. Man durchforstet im die einzelnen Landstriche Japans, um Monster zu bekämpfen und Kristalle zu zerstören. Zu Beginn jeder Stage sucht sich der Spieler einen Charakter aus, mit dem er dann in Tomb Raider Manier die sogenannten ?Garan Kristalle? auschaltet. Je nachdem ob es sich um Rote, Blaue oder Gelbe handelt, spielt man sich dadurch den Weg zum Boss frei oder füllt sein Pool an wichtigen Skill Points auf. Viele Kristalle sind an zuerst unerreichbaren Stellen angebracht, sodass man durchaus zu einem späteren Zeitpunkt, mit aufgepowerter Sprungkraft oder weitreichenden Projektilen zurückkommen muss. Die Skill Points verteilt der Spieler jedesmal neu auf sieben unterschiedlich Attribute, nämlich Stärke, physikalische Abwehr, Magieabwehr, Reichweite von Projektilen, Sprung-/Stoßkraft, psychokinetische Fähigkeit und das Reportoire an Jufu.

Die so gesetzten Werte üben u.a. ihren Einfluss auf die Grundaktionen Springen, Stoßangriff und die Möglichkeit Gegner kurz einzufrieren aus. Der letzte Punkt bezieht sich auf den Einsatz von Magie. Die kleinen Bannzettel setzen, je nachdem in welcher Menge sie eingesetzt werden, einen von insgesamt acht Sprüchen frei. Durch Tastenkombination kann der Charakter individuelle Moves ausführen, wobei ihm der Einsatz von ?Materia? zu noch stärkeren Special Attacks verhilft. Ja, ihr habt richtig gehört: Materia. Ein Square Mitarbeiter sagte einmal in einem Interview, sie hätten das Materiasystem aus ihrem eigenen Soukaigi geklaut, aber an dieser Stelle muss ich sagen, dass es sich nicht um das System handelt, sondern um die Idee kleine, grüne Kristallkugeln mit Spezialaktionen zu verknüpfen. Von einen komplexen Materiasystem wie in Final Fantasy VII kann also hier nicht im enferntesten die Rede sein......schade eigentlich. Nun, Soukaigi?s Stärke liegt auch nicht in seinem Gameplay oder der Story, sondern eher in einer unglaublich atmosphärische Spieltiefe erzeugenden Symbiose, aus dem wahrlich einzigartigen OST und einer ansehnlich designten, polygonalen Umgebung. Demnach sei gesagt, auch wenn man aufgrund unzureichender Japanischkenntnisse (die bei den fast ausschliesslich in Kanji geschriebenen Texten und Optionen schon was hergeben sollten) sich nicht mit dem Kern der Story befassen kann, ist der Spielpass aber dennoch ungetrübt.
Vollständiger Name: Soukaigi
Genre: Action RPG
Release und evtl. Neuauflagen: 28.05.1998/keine
In: Japan
System und Anzahl der CDs: PSX/3