Online Gaming - zu früh oder gerade richtig
Artikel vom 27.08.2002
Das Internet verbindet. Was auf dem PC schon lange mehr oder weniger gang und gäbe ist soll so langsam auch für die Konsolen-Gemeinde gelten. Erst die Dreamcast dann die X-Box und nun kommt auch Sony mit seinem Modem auf den Markt, Nintendo wird nicht lange brauchen um Nachzuziehen. Doch mal ehrlich wer braucht das? Oder noch besser, wer will das überhaupt?
Um diese Frage zu beantworten muß man erst mal wieder die Spieler in die zwei altbekannten Gruppen aufteilen: Den Hardcore-Gamer, der bis zu 3 Tage ohne feste Nahrung und Sanitäre Anlagen in einer Hölle spielen kann, und den Otto-Normal-Zocker, der sich schon in sein Schneckenhäuschen zurückzieht, wenn er nur von gewöhnungsbedürftigem Gameplay angelächelt wird und erst wieder raus kommt wenn die Coolnes-Fabrik Werbung ihm einen Knochen zuwirft.
Der Hardcore-Gamer wird sich bestimmt dem Spaß, Online zu spielen, zuwenden da er unverbrauchte Ideen und die Herausforderung gegen andere Spieler sucht. Diese Zielgruppe ist weitestgehend abgedeckt. Auf den ersten Blick müßten die restlichen 80% der Otto-Normal-Zocker auch von Online-Gaming angesprochen werden, da dieses Thema wie kaum ein anderes gespusht wird durch immer wiederkehrende Aussagen wie: „Die Zukunft des Spielens“. Doch das Schneckenhäuschen ruft sobald es ums Geld geht, und da liegt der Knackpunkt: Neben den einmaligen Anschaffungskosten für das Spiel selber, fallen bei manchen Spielen noch monatliche Gebühren an. Dazu kommen dann auch noch die Online-Gebühren der lieben Telekom. Selbst auf dem PC hält sich die Zahl derer die für denn Spaß Online zu spielen eine monatliche Gebühr abdrücken noch relativ in Grenzen und betrifft primär die Besitzer einer DSL-Flat.
Ein anderes Großes Hindernis das die Konsolen-Hersteller, mal abgesehen von Sega und Microsoft, großzügig ignorieren ist das Desinteresse an Peripheriegeräten. Bisher ist so ziemlich jeder Versuch eine Konsole durch Zusatzgeräte aufzuwerten erbarmungslos geflopt. Alleine Nintendo hat mit dem Satelaview und dem 64 DD zwei gute Beispiele abgeliefert das der Markt auf Zusatzgeräte äußerst empfindlich reagiert. Sega und Microsoft haben denn richtigen Weg, mittels integriertem Modem vorgezeigt, zu einem Preis. Sega ist raus aus dem Konsolen Geschäft und wieviel Microsoft`s X-Box zumindest hier in Europa kostet wissen wir ja.
Mal ganz abgesehen davon hält sich die Nachfrage nach Online-Gaming sogar im Mutterland der Videospiele in Japan selbst derzeit in Grenzen. Nach einer Umfrage sind gerade mal um die 40 % Prozent am Spielen im Internet interessiert.
Nichts desdotrotz pochen vor allem Sony und Microsoft weiterhin darauf das es ohne nicht mehr geht. Auch Nintendo bringt demnächst für ihren Gamecube ein Modem auf den Markt, nur fehlen dort noch die Superspiele die einen Kauf rechtfertigen würden. Microsoft hat in dem Bereich zumindest Halo, Sony jedoch Final Fantasy 11 was wohl für viele ein überzeugendes Argument abgibt.
Früher oder später wird Online-Gaming die unausweichliche Zukunft sein, Früher im Internetfreundlichem Ausland, Später in Deutschland. Auch Square bricht mit Final Fantasy 11 zu neuen Ufern auf... wollen wir Hoffen das sie nicht ähnlich wie im Filmgeschäft Schiffbruch erleiden.
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