Bericht zum GC Eröffnungskonzert 2004
Artikel vom 20.01.2005
Was passiert, wenn man das erfolgreichste Orchester in Sachen
Computerspiel-Musik, einen Dirigenten und Komponisten der Extraklasse und die
Idee eines Dresdeners, der in Tokio wohnt, zusammen würfelt?
Genau, die Rede ist vom zweiten Eröffnungskonzert der GC - Games Convention.
Nach dem erfolgreichen letzten Jahr wollte man diesmal noch erfolgreicher und
abwechslungsreicher anknüpfen. Es sollte ein Abend der Premieren und Überraschungen
werden.
Der 18.08.2004 war ein erneuter Treffpunkt für das Thema Spielmusik.
Das von Thomas Böcker organisierte Konzert wurde am Abend um 20 Uhr von dem
renommierten FILMharmonic Orchestra Prague unter der Leitung von Andy Brick
im weltberühmten Gewandhaus zu Leipzig eröffnet.
Sogleich gab es die erste Premiere, die Eröffnungsfanfare. Diese wurde abermals
von Andy Brick eigens für das Konzert komponiert und weißt darauf hin, wofür
die Messe steht: "Spielspaß und das Erleben virtueller Welten". Mit diesem Stück
wurde auch gleich darauf hingewiesen, was die Besucher des Konzertes zu erwarten
haben. Gleich zu Beginn mit Trompeten, wie es sich für eine Fanfare gehört,
wurde es stimmig eingeleitet und es wirkte so, wie in der Renaissance, wenn
man den Adel am Hof begrüßte. Ein ordentliches Zusammenspiel von Bläsern und
Streichern, am Ende mit einem Paukenschlag abgerundet.
Zugleich diente die Fanfare als "Tuning", welches dieses Jahr im Vorfeld nicht
stattfand, somit konnte sich das Orchester einspielen.
Nach der Fanfare begab sich Karsten Schwanke auf die Bühne. Er war der erste
Moderator für die Eröffnung und erzählte zu jeder Komposition einige wissenswerteFakten.
Er erklärte als erstes etwas zu "Lets the Battle Begin!" und meinte, dass es
eine Orchester vs. Piano Version sei und noch nie zuvor gespielt wurde. Am Flügel
isthierfür Seiji Honda eingeladen worden, der jedes Stück begleitete. Zu "Lets
the Battle Begin!" wurde der Flügel nach vorne gebracht, um somit eine besser
Akustik zuerhalten.
Es sei soviel gesagt, dass die Meinungen zu diesem Stück verschieden sind. Es
ging ganz normal los, mit einem Streichereinsatz und nach einer Weile setzte
dann derFlügel ein, als kleines Soli. Man könnte meinen es gibt zwei verschiedene
Versionen von dem Stück. Die Pianoarrangements, waren die von der FF VII Piano
Collection und einige Passagen wurden gestrichen und dann dort das Orchester
eingebaut, somit ergab es den "Kampf" von Flügel und Orchester. Seiji Honda
hat selbst ein großartiges Stück daraus gemacht und seine Einsätze passten perfekt.
Ich empfand es als eine gelungene Mischung aus Piano und Orchester, da man so
etwas nichtalle Tage erlebt. Wenn auch nach meiner Ansicht, vielleicht der Bass
etwas zu leise rüber kam - was wohl an dem Sitzplatz gelegen haben muss. Dieses
Stück wurde von Andy Brick exklusiv arrangiert und beweist, weshalb er für das
Orchester gewählt wurde - eine besondere Marke, die kaum zu übertreffen ist.
Als die Weltpremiere endete, begann Wolfgang Tiefensee, Oberbürgermeister der
Stadt Leipzig, mit der Begrüßung. Er erwähnte, dass viele Aussteller in diesen
Jahr wieder neues zeigen werden, und auch, dass es viel mehr Aussteller gibt,
als im letzten Jahr und somit die GC-Games Convention immer erfolgreicher wird.
Im Anschluss richtete sich das Grußwort von Ute Schäfer an alle Menschen, die
bei dem Konzert anwesend waren, sondern auch an die jenigen die nicht da waren.
Die Ministerin für Schule, Jugend und Kinder erklärte, dass in fast jedem Haushalt
ein PC vorhanden ist und auch eine Videospielkonsole. Des Weiteren erwähnte
sie, dass Spiele immer realistischer werden, Eltern sich auch damit beschäftigen
müssen und auch mit ihren Kindern zusammenspielen sollten.
Nach einem kurzem Umbau und der Moderation von Herrn Schwanke, begannen die
nächsten zwei Stücke. "EverQuest II" welches von Laura Karpman (eine bekannte
Filmkomponistin u.a. "Taken" von Steven Spielberg) komponiert und arrangiert
wurde, bot einige Überraschungen. Während das Stück selbst in einem mittelalterlichen
Flair anfing, begannen die Musiker im Laufe des Stückes mit den Füssen einen
Marsch nachzuspielen. Deshalb auch der Name des Titels: "Thundering Steppes".
Das Thema wurde öfter wiederholt, allerdings in unterschiedlichen Variationen.
Abgerundet wurde es durch ein Violinenpart in der Mitte des Stückes und einem
Flötensolo fast am Ende.
Das nächste Stück war nun eher etwas düster und dramatisch gehalten. Die Rede
ist von "S.TA.L.K.E.R.: Shadow Of Chernobyl". Das Medley welches hier gespielt
wurde, umfasste Teile aus dem Intro und den Credits. Während der Anfang noch
ziemlich langsam voranschritt, beginnt es zum Ende hin dramatischer und schneller
zu werden. Man konnte die Steigung und die Spannung richtig spüren und sich
in die Szenen hineinversetzen. Das Zusammenspiel von Glocken und dem Orchester
wirkte für die Stimmung richtig passabel und setzt dem Stück noch eins drauf.
Dieses Werk würde schon für das Spiel von dem FILMharmonic Orchestra Prague
aufgenommen und von Adam Klemens orchestriert, welcher auch den kompletten Soundtrack
von Markus Holler orchestriert hat.
Dr. David Reeves, der Präsident von SCEE, began nun mit seiner Festrede und
richtete sich mit seinen Worten an alle Gäste. Er sprach über die Messe und
Sonys Rolle im europäischen Markt. Immerhin haben sie mehr als 82% Marktanteil
in PAL Gebieten.
Als nun die Eröffnung von Prof. Dr. Georg Milbradt stattfand, kam es zu einem
Eklat. Eine Gruppe von Aktivisten überschattete die Rede, indem sie Arbeit für
Sachsen forderten. Sie wurden allerdings schnell herausgeschafft und die Eröffnung
konnte fortgesetzt werden. Er sprach vom Ausmaß der Messe und ihre Bedeutung
in Europa. Sie sei die eine der größten Spielemessen der Welt geworden und wird
wachsen.
Nach dieser Rede begann das Eröffnungskonzert der GC 2004.
Nun gab es das wohl "militärischste" Lied bei der Eröffnung. "Starship Troopers",
ein Spiel zum gleichnamigen Film, überzeugt mit seinem Flair und dem Rhythmus.
Das Hauptthema, welches man gleich zu beginn des Stückes hören konnte, durchzieht
in verschiedenen Varianten die gesamte Komposition. Die Pauken und Schellen,
verliehen ihm gerade den typischen Eindruck zum Militärlied. Es wirkte an einigen
Stellen vielleicht etwas hektisch, aber der Endpart überzeugt durch ein ruhiges
Ambiente und den harmonisierenden Streichereinsätzen. Allerdings gab es danach
kurz wieder eine Überladung, was aber zum Spiel passt. Komponiert wurde es von
Richard Jacques und die Musik "hilft dem Spieler, ganz in dieses film-ähnliche
Erlebnis einzutauchen". Das hier vorgestellte Werk wurde von dann aber von Nic
Raine orchestriert.
Völlig anders hingegen, war das Intro von "Max Payne 2". Das originale Stück
zum Spiel kam ganz ohne Orchester aus, aber mit Live-Musikern. Auch hier mit
einen Cello beginnend, ganz so wie ein Mafia Film, was auch einen schönen Eindruck
hinterließ. Die Steigerung, mit dem Einsetzen von anderen Instrumenten bis hin
zur Perfektion trägt zu Spannung bei. Es verleiht auch ein dunkleres Flair,
passt aber zum Orchester. Während allerdings das Cello zum Ende hin kaum bzw.
gar keine Bedeutung mehr hat, kommen immer mehr Violinen zum Einsatz. Das Ende
war ein leiser Ausklang der ruhig anhielt. Diese Orchesterversion wurde abermals
von Adam Klemens orchestriert.
Es folgte eines der Stücke, welches schon bei der Moderation von Karsten Schwanke,
einen heftigen Beifall bekam: ein Medley von dem Spiel "Super Mario Brothers".
Viele sind mit diesem Spiel groß geworden und Mario ist mit seinem Bruder weltweit
berühmt geworden. Dieses Medley bestand aus dem "Mario-Theme", dem "Underwater-Theme",
dem "Dungeon-Theme" und abermals das "Mario-Theme" mit dem "Ending" (die Princess).
Es war ein fröhliches Lied, welches an das Zelda Theme vom Jahr davor erinnert.
Das typische Mario Theme mit seinem Motiv wurde etwa 2-3-mal wiederholt und
danach ging stimmungsvoll in die Unterwasserwelt über. Dort kamen die Violinen
voll zum Einsatz und ihr Werk war bis zum Ende zu hören. Dann gab es einen kleinen
Sprung zum Dungeon, welches im Orchester hervorragend rüber kam. Durch den Glockenschlag
und den Bläsern wurde diese Version besser als das Original. Dies war der kürzere
Teil vom Medley der gleich wieder überging zum "Ending", es gab eine kleine
Pause und dann konnte man durch die Violinen die Rettung der Princess miterleben.
Koji Kondo, welcher die Musik komponiert hat, hat mit diesem Werk ganze Arbeit
geleistet, damit ist "Mario Bros." Neben Zelda wohl mit die beste Komposition
die er vollbracht hat.
Im
Anschluss gab es das zweite von drei SquareEnix Spielen: das Actionspiel "ActRaiser",
kam 1990 auf dem Markt und hat in Europa seinen Weg aufs Handy gefunden. Ein
weiteres Medley, bestehend aus dem "Opening Theme", "Offering" und dem "Ending
Theme". Das Opening klang sehr pompös, durch die Posaunen, die dem ganzem einen
gewissen adeligen Gedanken verliehen. Während dem Opening wechselte die Spannung
von einem ins andere. Man konnte sehr gut erkennen, wann das nächste Theme begann.
"Offering" klang schon sehr trauernd, allerdings konnte man ein Theme erkenne,
welchen vielen bekannt vorkam. Im Allgemeinen wurde es sehr ruhig gehalten und
endete sicher abrupt. Es verschmolz stimmgemäß mit dem Ending. Das Original
stammt im Übrigen von Yuzo Koshiro und wurde ebenfalls von Adam Klemens für
den Abend orchestriert.
Es wurde karibisch im Saal. Das zweite, im Voraus mit Beifall, eingeleitete
Stück begann nun mit seiner Verzauberung: "The Secret of Monkey Island" zeigte
mit seiner neuen Arrangierung. Was man mit einer Neuauflage alles erreichen
kann... Dieses Uraufgeführte Medley wurde von Fabian Del Priore arrangiert und
von Nic Raine orchestriert. Das eigens für das Orchester spezielle Instrument,
verlieh nun den karibischen Einfluss, während man mit dem anderen Teilen des
Orchesters einen perfekten Stimmungseindruck bekam. Alle ergänzten sich gegenseitig
und nach dem "Main Theme" wurde es etwas mäßiger durch das "LeChuck's Theme",
welches durch seine andaute Form geprägt war. Auch die Bläser vollbrachten ein
besonderes Werk. Man konnte den Geisterpiraten LeChuck förmlich spüren.
Nun wurde es wieder etwas actionreicher, denn durch "Hitman" kamen wieder die
Freunde der Actionspiele auf ihre Kosten. Ein weiteres Medley, welches sich
aus den Titeln "Waiting for Action" und "Action Begins" bestand, wurde durch
ein besonderes Zusammenspiel von Streichern und Bläsern zum Besten gegeben.
Die beiden Titel, passten perfekt zusammen und bieten auch im Spiel einen Zusammenfluss,
der Extraklasse. Eigentlich wurde die Musik ursprünglich von Pierre Foldes orchestriert,
aber sie wurde für den Abend noch einmal aufbereitet durch Adam Klemens
Danach wurde es wieder etwas militärisch durch die "Secret Weapon over Normandy"
Komposition. Das Spiel selbst ist der Nachfolger eines der bekanntesten Flugsimulation-Reihe
aus den Anfängen der Computerspiel Geschichte. Man merkt förmlich wie es sich
um eine 2. Weltkriegssimulation handelt, da die Komposition selbst, mit den
Trompeten und Violinen, sehr dramatisch klingt und man auch einen Angriff erkennen
kann. Das Original stammt von Tim Simonec und am Abend wurde das "Main Theme"
gespielt.

Das Konzert neigt sich dem Ende hin, doch bis dahin wird es nochmals dramatisch
und actiongeladen. Mit dem Titelthema von "Metal Gear Solid" bekommt man zu
spüren, wie ein Agentenspiel ablaufen kann. Die Komposition, welche von Fabian
Del Priore arrangiert und von Nic Raine orchestriert wurde, weißt viele Vielseitigkeiten
auf. Ein ruhiger Anfang, der sich schnell zu einem anspruchsvollen Titel mausert.
Mit einem leichten Glockenspiel im Hintergrund und den Schellen die immer wieder
die Dramaturgie steigern, wird das Stück bis zum Ende hin durchlaufen. Das Motiv,
welches immer wieder vorkommt, wird nur leicht variiert, aber dennoch nie gleich
gespielt. Dennoch erscheint es etwas hektisch zuzugehen, aber es passte alles
zusammen, da es somit wirkungsvoller klang.
Was nun folgte, war etwas Ungewöhnliches für ein Konzert. Auf der "Tour de
JAPON" wurde dieses Stück in seiner Version Uraufgeführt. Es wurde auf japanisch
gesungen und auch hier in Europa, allerdings nicht von Japanern, sondern von
drei bekannten OpernsängerInnen. Die Oper "Maria and Draco", orchestriert von
Shiro Hamaguchi, wurde am diesem Abend von Erika Jarkovska (Sopran), Miroslav
Pelikan (Tenor) und Roman Vocel (Bass) vorgetragen.
Wie es sich für viele Opern gehört, geht es mit einer pompösen Overture los,
wird dann allerdings etwas ruhiger und sprunghafter. Nun kommen die Streicher
zum Einsatz und untermalen die dramatische Szene. Nun kommt der erste Part von
Miroslav Pelikan, mit seinen Text an Maria. Es folgt ein schwermutiges Thema
die Overture endet mit einem eher freudigen Thema und geht über in einem kurzen
Abschnitt von "Aria de Mezzo Carattere". Man kann nun Maria singen hören. Gefolgt
wird ihr Part von dem nächsten Abschnitt der Oper: "The Wedding". Man hört sehr
gut die Hochzeit heraus, da dieser Abschnitt auch wirklich so klingt. Kurz danach
kommt es aber zum Eklat und es wird dramatisch. Abgerundet wird die Oper durch
das "Grand Finale". Danach mit einer Aushaltung von den drei SängerInnen.
Das letzte Stück dieses Konzerte, auch das letzte welche schon bei der Ankündigung
großen Beifall ernten konnte, war Chris Hülsbecks "Turrican". Das Highlight
seiner Karriere aus dem Jahre 1990. Diese Komposition wurde von Fabian Del Priore
arrangiert und von Andy Brick orchestriert und zu einem Medley zusammengefasst.
Dieses umfasst das "Main Theme" die Levelmusik "The Great Bath" und den Ending
"Freedom".
Man erkennt die Schnitte, wo es in die anderen Themes übergeht, allerdings ist
dies nicht weiter tragisch, da sie gut zu einander passen. Das "Main Theme"
geht sehr impulsiv los, wie es sich für Turrican gehört. Ein Zusammenspiel von
Streichern, Bläsern und den Pauken. Da es sich um das "Main Theme" handelt,
kann man es sehr leicht erkenne und sich damit identifizieren. Danach wurde
es etwas ruhiger und man konnte Seiji Hondas Arbeit erkennen, wie er mit dem
Flügel jedes Stück begleitete. Das Highlight dieser Komposition war dann der
Einsatz des Schlagzeugers. Er rundete das Stück zu seiner Vollkommenheit ab.
Nachdem nun das Konzert "vorbei" war, gab es mindestens 10 Minuten lang eine
Standing Ovation, zu Ehren von Andy Brick, Seiji Honda und dem Orchester. Als
sich das Publikum beruhigte kam nochmals Karsten Schwanke auf die Bühne und
sagte, dass die Komponisten, deren Werke gespielt wurden auch im Saal sitzen
und nun auf die Bühne sollten. Damit war es geschehen und der Saal tobte wieder,
vor Begeisterung. Den Komponisten voran Nobuo Uematsu, der am sich am meisten
bei den Fans bedankte, auch Fabian Del Priore, Chris Hülsbeck, Markus Holler
und die anderen -ihre Namen gingen in der Begeisterung unter- sorgten für viel
Beifall. Nun dauerte es
etwas
und Karsten Schwanke kündigte an, dass nun die Komponisten zu einer Autogrammstunde
bereitstehen würden und man auch CDs zu den Werken kaufen konnte. Damit wurde
der offizielle Teil des Konzertes beendet und man sah eine große Menge um den
Stand herum, die alle was kauften und Autogramme holten.
Nobuo Uematsu kam etwas später und unterschrieb viele seltene Alben. Allerdings
standen nicht alle Komponisten die anwesend waren bereit Autogramme zugeben,
aber sie waren da und wenn man wusste wie sie aussehen, konnte man sie fragen
ob sie ein Autogramm geben. Sie waren auch sehr freundlich und lehnten nicht
ab.
Nach einem gelungenen Abend und einigen Stunden später endete alles und die
Komponisten gingen in ihr Hotel zurück oder trafen sich ein weiteres Mal um
noch etwas zu essen.
Ein Interview mit dem Organisator, zur Vorbereitung des Konzertes 2004:
Pünklich zum Beginn des Vorverkaufs für das Eröffnungskonzert
der Games Convention, welches am 18.08.2004 im Gewandhaus stattfindet, haben
wir exklusiv
ein Interview
mit Thomas Böcker gehalten, dem diesjährigen Organisator des Konzertes.
Vielen Dank an Robert Dietrich - alias Golden Chocobo - für die Fragen und natürlich
Thomas Böcker, der sich Zeit genommen hat, die Fragen zu beantworten.
Während des Interviews wird einiges Interessantes erzählt im Bezug auf das Konzert
und auch über die zwei Final-Fantasy-Stücke, die dort gespielt werden, was ihr
natürlich exklusiv bei uns zuerst erfahrt.
Hier nun das Interview:
SquareNet: Als Executive Producer vom Merregnon Project und Organisator
des Eröffnungskonzertes der Games Convention kennen dich einige. Doch einige
fragen sich, wer ist Thomas Böcker und was macht er beruflich?
Thomas Böcker: Zum größten Teil verdiene ich mein Geld mit Spielemusik.
Ich bin als Game Audio Producer für diverse Projekte tätig. Darunter fallen
Produktionen wie Stalker - Shadow of
Chernobyl, für Knights of the
Temple war ich als Music Consultant involviert, und nicht zu vergessen natürlich
die beiden Eröffnungskonzerte der Games
Convention, die ich organisiere.
Und richtig - Merregnon ist auch ein
entscheidender Punkt in meinem Leben. Teil 2 unserer Soundtrack-Trilogie haben
wir gerade erst abgeschlossen - hier steuern Komponisten aus der Spieleindustrie
(wie Chris Hülsbeck, Yuzo Koshiro oder Fabian Del Priore) Titel für sehr aufwendige,
orchestrale Musik-Alben bei.
SquareNet: Du bist Organisator des diesjährigen Eröffnungskonzertes
der Games Convention in Leipzig am 18.08.2004. Als Organisator ist es doch bestimmt
eine große Ehre, so viele berühmte Komponisten aus aller Welt zu empfangen?
Thomas Böcker: Das stimmt! Natürlich muss man selbst von Spielemusik
begeistert sein, um ein solches Konzert zu organisieren. Deswegen freut es mich
besonders, so viele Komponisten aus aller Welt im August begrüßen zu dürfen.
Zu viel kann ich an dieser Stelle leider noch nicht verraten, nur: die Musiker
werden wieder aus allen erdenklichen Ländern anreisen, egal ob es aus den USA,
aus Japan - oder europäischen Staaten ist. Leipzig wird also erneut zum Mekka
der Spielemusik.
SquareNet: Das größte Problem ist doch sicherlich die ganze Planung
eines solchen Konzertes von solch einer Wichtigkeit? Immerhin ist es das bisher
einzige Games-Concert in Europa.
Thomas
Böcker: Glücklicherweise kann ich auf ein erfahrenes Team bauen. Dazu gehört
zum Beispiel Andy Brick, unser Dirigent,
oder Petr Pycha, unser Kontaktmann für erstklassige
Orchester. Eine entscheidende Aufgabe war letztes Jahr sicherlich, zu beweisen,
dass auch in Deutschland viele Menschen an einem Spielemusikkonzert interessiert
sind. Immerhin gab es Veranstaltungen dieser Art bisher nur in Japan! 2004 sieht
das schon anders aus, nun wissen auch Skeptiker, dass es genügend begeisterte
Fans gibt, um z. B. das Leipziger Gewandhaus komplett auszuverkaufen.
Uematsu-san meinte kürzlich in einem Interview, dass er sich ein Final-Fantasy-Konzert
in Europa durchaus vorstellen könnte. Dies ist eindeutig auch ein Verdienst
der Fans, die 2003 in Leipzig gewesen sind. Sie haben ihn sehr überrascht und
beeindruckt - und dabei natürlich sehr glücklich gemacht. Vielen Dank an dieser
Stelle dafür! Besonders an den Fan, der ihm eine Stimmgabel ins Hotel bringen
lassen hat - Uematsu-san möchte gern ausrichten, dass er sie in Ehren hält und
sich sehr darüber gefreut hat.
SquareNet: Du hast einmal gesagt, dass es dieses Jahr etwas Neues geben
wird. So etwas wie ein Abstecher in die Karibik oder eine Big Band. Gibt es
dazu schon etwas Genaueres?
Thomas Böcker: Das Programm 2004 wird noch abwechslungsreicher als im
letzten Jahr. Einige Leser kennen sicherlich den Titel Monkey Island - hieraus
werden wir ein Medley spielen und karibisches Flair ins Gewandhaus bringen.
Big-Band-mäßig wird es bei Super Mario Brothers zugehen. Das komplette Konzertprogramm
wird bald verfügbar sein.


SquareNet: Demnächst wird bekannt gegeben, dass diesmal wieder zwei
Titel aus Final Fantasy gespielt werden. Einer davon ist in dieser Form noch
nie dagewesen, weder auf Konzerten, noch einer CD oder einem Spiel. Was genau
hat es damit auf sich, etwa aus Final Fantasy XII oder Advent Children und wird
Seiji Honda etwas damit zu tun haben?
Thomas Böcker: Richtig, Honda-san wird eine wichtige Rolle dabei spielen
- wie übrigens bei dem gesamten Konzert. Er wird jeden Titel des Abends auf
demKlavierbegleiten.
Bezüglich Final Fantasy kann ich an dieser Stelle verraten, dass es sich zum
einen um Teil VII handelt - und zwar um die Komposition Fighting. Der Titel
wurde komplett neu bearbeitet - und fordert alles von den Musikern. Am einfachsten
lässt es sich mit "Piano versus Orchestra" umschreiben. Wir nutzen die überragenden
Fähigkeiten von Honda-san und die Exzellenz des Orchesters, um Final-Fantasy-Fans
etwas ganz Besonderes zu bieten. Wie Du schon sagtest: es handelt sich dabei
um eine Weltpremiere, der Titel ist in dieser Form noch nie dagewesen - und
wird mit Sicherheit eines der Highlights des Abends!
Auch der 2. Titel aus Final Fantasy hat es in sich. Maria und Draco aus Final
Fantasy VI wird auf dem Konzert in Szene gesetzt. Ich hatte das große Vergnügen,
das Stück auf der Veranstaltung in Tokio dieses Jahr bereits zu hören. Drei
Sänger und das Orchester werden die grandiose Komposition umsetzen - übrigens
in japanischer Sprache. Das ist eine Geste von uns, um die anwesenden Komponisten
aus Nippon zu ehren.
SquareNet: Dieses Jahr wird auch Andy Brick den Taktstock schwingen.
War es für ihn im letzten Jahr ein Vergnügen und wird das FILMharmonic Orchestra
aus Prag wieder mit einigen wunderbaren Stücken auf uns warten?
Thomas Böcker: Auf jeden Fall. Neben Final Fantasy wird es Stücke aus
Monkey Island, Super Mario Brothers, EverQuest - oder auch Metal Gear Solid
und dem Spieleklassiker Turrican zu hören geben. Andy Brick freut sich schon
sehr auf das Konzert, die Veranstaltung 2003 war ein großes Ereignis für alle
Beteiligten. Das FILMharmonic Orchestra hat vor allem viel Erfahrung mit Spielemusik:
so haben sie schon für die Aufnahmen von Titeln wie Splinter Cell, Stalker -
Shadow of Chernobyl oder der japanischen Produktion Sangokushi zur Verfügung
gestanden.
SquareNet: Letztes Jahr gab es leider keine CD von dem Konzert, was,
wie ich finde, sehr schade war, da nicht alle den Hörgenuss erleben konnten
und auch einige, die da waren, die Musik langsam aus dem Kopf verlieren. Wird
es dieses Jahr eine CD geben, damit die Fans, die nicht dabei sein können, auch
etwas für die Nachwelt haben?
Thomas Böcker: Über etwaige Pläne zu einer CD-Veröffentlichung kann
ich derzeit leider nichts sagen. Ich würde ohnehin allen Fans empfehlen, sich
das Konzert live anzuhören. Keine CD könnte diese Atmosphäre jemals einfangen.
SquareNet: Ich bedanke mich für das freundliche Entgegenkommen und fühle
mich geehrt.
Thomas Böcker: Ganz meinerseits - vielen Dank an Dich für die Unterstützung
und generell für das Interesse aller Final-Fantasy-Fans!
Artikel von
Golden Chocobo
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