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Bewertung:
Ville Vallo ist ein exzentrischer Mensch. Als
vor einigen Jahren "Baby Join Me In Dead" über
seine Lippen in die Ohren eifriger Radiohörer
glitt, wurde HIM schlagartig bekannt, wie es
sonst nur die Backstreet-Boys es in Deutschland
waren. Musikkritiker waren darüber
außerordentlich erfreut, war doch seit Jahren
kein Rocksong mehr auf Platz eins der Charts.
Man wusste nicht so genau, wie HIM auf diesen
plötzlichen Ruhm und den außerordentlichen
Erfolg ihres Zweitlings "Razorblade Romance"
gefasst sein würden.
Die Antwort kam vor
ein paar Wochen in die Plattenläden: Deep
Shadows and Brilliant Highlights heißt
vielsagend das dritte Album von HIM, dass über
deren weitere musikalische Karriere entscheiden
könnte. Dachten manche nach Him's Debut
"Greatest Love Songs Vol. 666" noch, HIM könnte
so etwas wie eine Gothicband sein, so zeigt doch
das neueste Werk sehr deutlich, dass HIM eine
völlig normale Mainstreamband geworden sind.
Ville Valo hat gutes Songwriting betrieben, in
allen Songs finden sich schöne Hooklines, aber
das kann sein Kollege Paul Waaktaar-Savoy von
a-ha auch: Hört man sich das Album an, sucht man
verzweifelt nach den prägnanten Riffs, wie sie
Songs wie "Right Here In My Arms" noch hatten.
Nein, man wird nicht fündig werden, das neueste
Werk ist trotz aller Exzentrik ihres Autors Valo
ein mainstreamiges Popalbum, mit viel Elektronik
und noch weniger Gitarren. Hatte man HIM bei
ihrem Zweitling das Prädikat "Gothic" schon
aberkannt, folgt nun die Wegnahme des Prädikats
"Rock". Schlecht ist das alles nicht: Melodien
und durchaus innovative Einflüsse geben sich
hier die Hand, dennoch ist der Songaufbau
erschreckend mustergültig, der Refrain ist fast
immer eine Temposteigerung mit emotionalerem
Gesang. Bis "Pretending" fällt das kaum auf,
doch danach ringen die folgenden Songs wild um
ihre Eigenständigkeit. Positiv fallen das feine
"In Joy And Sorrow" und "Salt In Our Wounds"
auf, unter den überdurchschnittlich guten
Einheitsbrei fällt das nervige "Pretending" und
das über-emotionale "Beautiful". Texte konnte
Ville Valo noch nie so richtig überzeugend
schreiben, "Love You Like I Do" fällt da schon
sehr billig aus dem Rahmen.
Ansonsten
ist das neue Machwerk der vier Finnen ein nettes
Stück Musik, dass sich jedoch zum Vorwurf machen
lassen muss, "a-ha" ähnlicher zu sein als
beispielsweise "Paradise Lost". Ville Valo ist
zu anpassungsfähig, werden alte Fans sagen, alle
anderen sind zufrieden.
Highlights:
» Salt In Our Wounds » In Joy And
Sorrow
Insgesammt erhielt dieses Album von Filmstars.de 4/10 Punkten.
Quelle: Filmstars.de
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