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"Es ist jetzt soweit, wir haben uns etwas von den anderen zurückgezogen (Simon, Petra und ich) und haben den "Roten Röhrling"... Simon hat sein Pfeife ausgepackt und wir haben das vorher sorgfältig zubereitete Pulver reingeschüttet. Insgesamt das von drei eher etwas kleineren Pilzen für uns drei zusammen. Anzünden und Petra macht den ersten Zug. Zuerst hat sie - als unerfahrene Raucherin - gehustet und geschluckt, dann noch einmal gezogen und sich gesetzt! Jetzt war ich dran. Ein paar mal gezogen und weiter zu SImon. Das Ding hat noch ein paar mal die Runde gemacht und dann war es tuck. Gerade hab ich mir gedacht, das Diktiergerät rauszuhohlen - Vorbereitung ist alles - da wird mein Kopf knallheiß. Geht aber zum Glück gleich wieder Weg und alles wird so schön unklahr und trotzdem rein... Gerüche und Geschäcke steigen zu Visionen und Gedanken an. Es ist auf einem sehr angenehmen Level...
Nach ner Stunde werden die Halluzinationen rasch stärker und intensiver - auch dunkler (von den Farben her)... (ab hier wirds eher übel) Der Blutdruck steigt, vor allem im Kopf, schnell an. Mein Herz rast auf 210. Ich habe durch den Bauch geatmet und versucht mich zu beruhigen. Aber es nutzt wenig. Irgendwie, merke ich, wie ich die Kontrolle verliere und sich ein Bad Trip ankündigt. Ich habe nach jemandem Ausschau gehalten, aber es war keiner da!Plötzlich geht mir das Licht aus. Ich bin vor Schreck fast voll der Länge nach aufs Pflaster gewandert. Simon lallt von irgend woher irgendwas undeutliches und mir wird kotzübel. Das geht ungefähr ne halbe Stunde so, Simon geht's nett viel besser, glaube ich! Petra kann ich nicht mehr sehen.
(Lücke)
Ich hab meinen ganzen Mageninhalt zu der Zeit glaub ich schon auf die Straße entleert... Schreckliche Depressionen, werde panisch. Alles wird schwarz und ein Gefühl der dauernden Bedrohung, ja fast Todesangst konnte ich spüren. Ich glaube, wäre da ne' Brücke gewesen, würde es diesen Bericht (samt Author) nicht geben...
(Längere Lücke)
Irgendwann habe ich dann jemanden getroffen (später bemerkte ich, dass es Timo war) der hat dann nur noch das Krankenhaus angerufen. Ich muss beschissen ausgesehen haben zu der Zeit... Im Hospi bekam ich dann das volle Programm: Magenauspülung, Kohle - obwohl ich das Zeug greraucht und NICHT gegessen hatte!!!! Jedenfalls gings nach drei Tagen wieder einigermaßen und nach ner Woche durfte ich wieder nach House..." Wie ihr seht, rate ich von diesem Dreckszeug generell ab und ihr solltet die Leute wirklich nicht dazu ermutigen, das Zeug zu nehmen - egal wie. Die Leute, die den Pilz für extrem unberechenbar, giftig ja sogar tödlich giftig halten (und das bei geringsten Dosen) haben meiner Meinung nach absolut recht und deswegen keine Angst vor jahrhundertealten Hetzkampagnen gegen Hexen. |
Es waren ungefähr zwei Stunden vergangen seit Aufgang des Mondes, als wir mit dem Fliegenpilzsakrament begannen. Meine städtischen Bekannten wußten nicht um die Eigenschaften der Fliegenpilze, denen man im Ritual mit Ehrfurcht und Respekt begenen sollte, da er sonst Angst und Schrecken hervorrufen wird. Ich forderte meine Begleiter auf, mit dem Ritual zu beginnen, und wir aßen langsam und bedächtig unsere Pilze auf. Das Feuer war bis auf die Glut abgebrannt, der feute Fichten und Moosgeruch drang stärker ins Tipi. Wir hatten eine kleine Trommel dabei, die ich langsam zu schlagen begann. Der Trommelschlag wurde unheimlich klar, durchdrang meinen ganzen Körper, Dunkelheit umgab uns, und die glühenden Holzscheite erschienen in einem seltsamen Rot. Mein Körper fühlte sich schwer wie Blei an, doch meine Gedanken, die ich förmlich spürte, schwingten sich hoch das Tipi durch das Rauchloch verlassend und ebenso schnell wieder zurückkehrend. Ich fühlte mich unendlich frei, war Ganzempfänger von Tönen, die aus der Erde und aus dem All zu kommen schienen. Meine Begleiter lagen auf dem Boden, anscheinend in Schlaf oder Bewußtlosigkeit versunken, ich hatte mit dem Trommeln aufgehört. Durch den Rauchbzug des Tipis starrte ein Stern auf mich, ich sah ihn lange an, plötzlich löste sich etwas Glühendes von ihm, schwebte leicht wie eine Feder aus dem All ins Tipi. Es war ein farbiger Lichtpunkt, der sich langsam in ein Auge verwandelte, das über der Glut der Feuerstelle schwebte, ich sah es deutlich und klar, spürte daß ich es anfasen konnte, wenn ich nur wollte, und doch, ich nahm es mehr mit einem Gefühl war, einem Gefühl, das unbenennbar, unbeschreiblich war. Ich war getrennt von Zeit und Raum, war ganz im Bann von Amanita, dann hörte ich klar wie nie zuvor in meinem Leben den Ruf des Waldkauzes, ich legte die Hände zusammen und rief zurück, es enstand eine richtige Kommunikation.
Irgendwann schlief ich ein, nach Stunden erwachte ich, es war, als ob in meinem Innern eine Explosion stattgefunden hätte. Die ganze Umgebung war mit einem Male in die skurrilsten Farben getaucht. Meine Begleiter waren verschwunden, ich verließ das Zelt, und die Alltagsrealität kam langsam zurück. Die ersten Stunden war ich noch etwas verkatert, doch gegen Mittag war alles wieder gut. Meine beiden Begleiter kehrten aus dem Wald zurück, fürchterlich angeschlagen, sie hatten die Nacht im Gebüsch verbracht, über ihre Erfahrung konnten sie noch nicht sprechen. |
Bei anderen überwiegt anfangs die Bewegungserregung. Die Augen nehmen einen wilden Ausdruck an, das Gesicht ist rot gedunsen, die Hände zittern stark, das Individuum ergreift die Trommel aus Renntierleder und tanzt bzw. rast unter Trommeln in dem Zelt umher, bis es ermattet niedersinkt und in einen tiefen Schlaf verfällt, in dem es Phantastisches, ihm Angenehmes und Beglückendes sieht. Dies dauert eine halbe bis eine Stunde. Der Erwachte geht schwankend umher bis eine neue Erregung mit gleichem Verlauf einsetzt. Dies kann sich noch einige Male wiederholen. Die Möglichkeit einer Gewalttat liegt nahe.
Eine Halbe Stunde nach Einnahme zweier roher Hutkappen stellte sich Übelkeit ein, die mich jedoch nicht zum Erbrechen brachte. Einige Zeit später legte ich mich ins Bett und konnte durch einen Halbschlaf gewisse Veränderungen meiner Umgebung wahrnehmen. Eine gewisse Benommenheit legte sich über mich, ich hatte jedoch deutliche, klahre visuelle Halluzinationen. Diese waren meißt geometrischer Natur. Kurz darauf bin ich dann in einen sehr realen Traumzustand übergewechselt. Ich hatte das Gefühl, als sei ich ein Teil des Universums, oder das Universum ein Teil von mir, oder ich sei das Universum, die Zustände von absoluter Größe und totaler Nichtigkeit wechselten in erschreckender Geschwindigkeit, so daß ich dem Treiben bald geistig nicht mehr folgen konnte, was ich jedoch zu verdrängen im Stande war. Ich ließ es einfach geschehen. Irgendwann müssen dann die Bilder und Reisen aufgehört haben, ich wachte am nächsten Morgen ohne erkennbare Nachwirkungen auf. Nach den ersten beiden Stunden änderte sich mein Zustand dahingehend, daß ich eine gewisse Übelkeit verspührte. Doch dies änderte sich bald, ich glitt in einen Zustand von Euphorie hinein, bei dem das Gleichgewicht wie bei einem Alkoholrausch gestört war, doch das Denken dabei nicht litt. Nach einem sechsstündigen Erlebnis voller sehr realer und größtenteils phantastischer Inhalte legte ich mich schlafen, obwohl die Wirkung des Pilzes noch nicht völlig abgeklungen war. Die Nacht war ruhig und ich schlief ungestört bis zum nächsten Morgen durch. |
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