Blaumohn
 Pflanzen / Mohngewächse / Schlafmohn / Blaumohn

 Allgemein
NamenBlaumohn, Graumohn, Backmohn
VorkommenSamen des Schlafmohn (5)s (Papaver somniferum)
Herkunftvorrangig aus der Türkei, Australien und Tschechien (in Deutschland werden jährlich 7000-10000t Mohnsamen verabreitet!)
LegalitätIn Deutschland zur Zubereitung von Nahrungsmitteln völlig legal erhältlich
Die Extraktion der Wirkstoffe ist nach BtmG nicht zulässig
WirkstoffeBlaumohn ist mit einer sehr dünnen Schicht Opium überzogen und enthält damit die selben Wirkstoffe wie dieses, allerdings in viel geringerer Konzentration. Das Sameninnere ist alkaloidfrei.
Der Gesamtalkaloidgehalt ist stark schwankend, etwa 0,02-0,06%

Morphin ~0,01-0,03%
Codein
Thebain (=Paramorphin)
Noscapin (=Narcotin, Opianin, Guoscopin)
Papaverin
Noscapin
Narcein
Laudanosin
Xanthalin
Narvein
Protopin (=Fumarin, Macleyin, Biflorin)
Mekonsäure, Milchsäure und Schwefelsäure (als Salzbildner)
harz- und wachsähnliche Substanzen (Polyprene)
Bilder
Abb. 1
Abb. 1


 Pharmakologie
WirkungenMorphin: stark schmerzlindernd, stark euphorisierend, führt zu spastischer Obstipation
Codein: hustenreizdämpfend, schmerzlindernd, euphorisierend
Thebain: opioidantagonistisch(!)
Papaverin: spasmolytisch (mit peripherem Angriffspunkt durch Lähmung der glatten Muskulatur), führt zu atonischer Obstipation
Noscapin: schmerzlindern, hustenreizdämpfend

 Toxikologie
Dosis letalis1-10kg
SymptomeÜbelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Koma, oberflächliche Atmung, Atemlähmung
TherapieNaloxon 0,4-2mg i.v., i.m. oder s.c., Wiederholung in kurzen Abständen, falls erforderlich Beatmung, bei oraler Einnahme Carbo medicinalis, ggf. sonstige primäre Giftelimination, bei Kammerarrhytmien Lidocain 100mg langsam i.v., Elektrolytkontrolle

 Wertung 
Stärke 
Anregung 
Sedierung 
Halluzination 
Euphorie 
Empfindung 
Verträglichkeit 
Verfügbarkeit 
Anwendung 
Es wurden 7 Wertungen berücksichtigt

 Anwendung
ZubereitungDa Blaumohn nicht in größeren Mengen ganz verzehrt werden sollte (die Samen sind unverdaulich), sollte ein einfaches Extrakt gemacht werden:
1. den Blaumohn in eine große Plastikflasche geben, mit Wasser bedecken und unter mehrmaligem Schütteln 15-30min ziehen lassen und anschließend abfiltrieren, oder
2. den Blaumohn in einem Topf mit Wasser bedecken und aufkochen lassen (wobei sich dabei auch etwas Öl aus den Samen löst, was nicht unbedingt angenehm ist) und abfiltrieren, oder
3. Zubereitung 1) oder 2) unter Zusatz von etwas Zitronensäure durchführen, wobei sich mehr Alkaloide lösen lassen, die Brühe allerdings nicht magenschonender wird. Man kann nach der Filtration etwas Natron hinzugeben, um die Säure teilweise zu neutralisieren, was zwar die Magenfreundlichkeit erhöht, aber den Geschmack der ohnehin nicht leckeren Lösung stark beeinträchtigt.
EinzeldosenDie Dosierung ist aufgrund der enorm schwankenden Alkaloidkonzentrationen des Blaumohns nicht einfach und schwankt auch bei verschiedenen Packungen eines Herstellers, auch bei gleichem Mindesthaltbarkeitsdatum.
125-500g sind durchschnittliche Einzeldosen (bei wirkstoffarmen Sorten kann es vorkommen, dass 3000g die selbe Wirkung zeigen wie bereits 125g einer wirkstoffreichen Sorte, bei der eine Dosis von 3000g bereits tödlich enden können!), wobei man immer erst eine kleinere Menge einnehmen sollte und wenn die Wirkung nicht ausreichend eintritt etwa 30-45min später die Dosis erhöhen kann.
Vorsicht!1. Auch wenn Blaumohn legal erhältlich ist, gilt für das Abhängigkeitspotential das Selbe wie für Opium, Morphin bzw. allen Opioide (20)n
2. der Wirkstoffgehalt ist stark schwankend und es gibt keine Möglichkeit an äußeren Zeichen (Farbe, Hersteller, Mindesthaltbarkeitsdatum) die ungefähre Wirkstoffmenge abzuschätzen

 Sonstiges
Bilder
Abb. 2: ATCO Blaumohn, 250g
Abb. 2: ATCO Blaumohn, 250g


 Diskussion 
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 blaumöhn04.03.2004, 13:13:57, Gast004.03.2004, 13:13:57, Gast

 

 Links
Unkrautsamen im Blaumohn - mit dabei giftiges Bilsenkraut Text zur Verunreinigung von Blaumohn durch Samen von Ackerunkräutern, u.a. Bilsenkraut (2)

 Siehe auch

 Quellen

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