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 Rote Liste B 6
 Rote Liste / Rote Liste B 6

 B 6 (Barbiturate und Thiobarbiturate (als Narkotika))
 (s. auch Monographie BAnz. 147, 8. 8. 1992 - Thiopental)
Gegenanzeigena Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, Analgetika, Psychopharmaka
b Akute hepatische Porphyrie
c Schock
d Status asthmaticus
e Maligne Hypertonie
Anwendungsbeschränkunga Obstruktive Atemwegserkrankungen
b Hypovolämie
c Schwere Herzmuskelschädigungen
d Schwere Leberfunktionsstörungen
e Schwere Nierenfunktionsstörungen
f Säuglinge unter 1 Jahr
g Cave: paravenöse oder intraarterielle Injektionen (Gefahr schwerer Gewebsnekrosen bzw. lokaler Nekrosen)!
SchwangerschaftStrenge Indikationsstellung.
Thiopental passiert schnell die Plazentaschranke. Hinweise auf Teratogenität oder pathologische Befunde am Fetus gibt es jedoch nicht. Die APGAR-Werte eines unter Thiopental-Narkose geborenen Säuglings liegen bei 50% dieser Kinder zwischen 8 und 9, die Neugeborenen sind somnolent, die Thiopentalwirkung ist jedoch kurzfristig. Der Tonus des graviden Uterus wird nicht beeinträchtigt.
StillzeitStrenge Indikationsstellung.
Thiopental geht in die Muttermilch über.
NebenwirkungenHaut
a Allergische Hautreaktionen (häufig)

Gastrointestinaltrakt
b Übelkeit, Erbrechen (häufig)

Gefäße
c Phlebitiden (selten) und/oder vereinzelt Thrombosen (nach i.v. Gabe)
d Venenschmerzen (nach i.v. Gabe)

Atemwege
e Husten, Niesen, Singultus (selten)
f Hypoventilation, Apnoe (häufig)
g Broncho-, Laryngospasmus (häufig)
h Atemdepression (häufig)

Sonstiges
i Schwere Gewebsnekrosen bzw. lokale Nekrosen (bei paravenöser oder intraarterieller Injektion)
Wechselwirkungena Zentraldämpfende Pharmaka und Alkohol: Gegenseitige Wirkungsverstärkung
b Cumarinderivate: Verringerte Wirkung der angeführten Substanzen
c Griseofulvin: (wie b)
d Kontrazeptiva: (wie b)
e Methotrexat: Methotrexat-Toxizität verstärkt
f Antikonvulsiva: Wirkung verstärkt bei bestehender Dauertherapie mit Antikonvulsiva
g Kortikoide: Wirkungsverminderung von Corticoiden
IntoxikationenÜberdosierung führt zu massiver Depression von Atmung und Kreislauf.
Therapie: Beim Auftreten von Überdosierungserscheinungen sind die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen (Beatmung, Volumensubstitution, ggf. medikamentöse Kreislaufstabilisierung, intensivmedizinische Versorgung) zu ergreifen.

 Siehe auch

 Quellen

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Betreff
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