| Rote Liste N 30 |
| Rote Liste / Rote Liste N 30 |
| | Nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika, Anthranilsäure-, Arylessigsäure- und Arylpropionsäurederivate, Oxicame |
| Gegenanzeigen | a Blutbildungsstörungen b Magen-Darm-Ulzera |
| Anwendungsbeschränkung | a Magen-Darm-Ulzera in der Anamnese, Magen-Darm-Beschwerden b Akute hepatische Porphyrien c Analgetika-Intoleranz (z. B. Asthma bronchiale, Hautreaktionen) d Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Nasenpolypen, chronische Atemwegsinfektionen e Kardiale oder hepatische Insuffizienz f Hypertonie g Kinder h Ältere Patienten i Niereninsuffizienz. (Mögliche Verschlechterung der Nierenfunktion durch Prostaglandinsynthesehemmung. Außerdem zusätzliche substanzabhängige Nephrotoxizität.) j Systemischer Lupus erythematodes sowie Mischkollagenosen |
| Schwangerschaft | a Kontraindiziert im 3. Trimenon. Durch Prostaglandinsynthesehemmung Verzögerung und Verlängerung der Geburt. Blutverluste unter der Geburt. Hämorrhagie bei Neugeborenen. Vorzeitiger Schluß des Ductus arteriosus Botalli. b Strenge Indikationsstellung im 1. u. 2. Trimenon. Ausreichende Erfahrungen über die Anw. beim Menschen liegen nicht vor. Der Tierversuch erbrachte keine Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen. |
| Stillzeit | Strenge Indikationsstellung. Substanz geht in die Milch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekanntgeworden. |
| Nebenwirkungen | Haut (n) Exantheme (s. n Überempfindlichkeitsreakt.) a Schwere Hautreaktionen (z. B. Erythema exsudativum multiforme) (Einzelfälle)
Nervensystem b Zentralnervöse Störungen (z. B. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel) (selten)
Sinnesorgane c Sehstörungen (selten) d Hörstörungen (selten)
Gastrointestinaltrakt e Gastrointestinale Störungen (z. B. Übelkeit, Durchfall, z. T. auch schwer) f Okkulte gastrointestinale Blutungen (Anämie) g Magen-Darm-Ulzera h Intestinale Strikturen (orale Anw.) (Einzelfälle)
Leber i Leberfunktionsstörungen (selten)
Elektrolyte j Natrium- und Wasserretention (Ödeme) k Hyperkaliämie (selten)
Kreislauf (n) Blutdruckabfall (s. n Überempfindlichkeitsreaktionen)
Atemwege (n) Bronchospasmen (s. n Überempfindlichkeitsreaktionen)
Blut l Störungen der Blutbildung
Urogenitaltrakt m Nierenfunktionsstörungen, selten (z. B. nephrotisches Syndrom, in Einzelfällen akutes Nierenversagen. Ibuprofen auch interstitielle Nephritis, bei Langzeitanwendung in Einzelfällen Papillennekrosen)
Immunsystem n Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Hautreaktionen, Bronchospasmen, Blutdruckabfall bis zum Schock. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Tolmetin zusätzlich: In Einzelfällen aseptische Meningitis mit den Symptomen Kopfschmerzen, Übellkeit, Erbrechen, Fieber, Nackensteifigkeit od. Bewußtseinstrübung)
Sonstiges o Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasciitis) (Einzelfälle) p Suppositorien: Lokale Reaktionen (z. B. Reizerscheinungen, blutige Schleimabsonderungen, schmerzhafter Stuhlgang) q i.m. Injektionslösung: An der Injektionsstelle brennendes Gefühl, sterile Abszesse (Fettgewebsnekrosen bei fehlerhafter Injektion) |
| Wechselwirkungen | a Lithium: Lithiumspiegel erhöht b Digoxin: Digoxinspiegel erhöht c Kaliumsparende Diuretika: Hyperkaliämie d Diuretika: Diuretika-Wirkung vermindert e Antihypertonika: Blutdrucksenkende Wirkung abgeschwächt f Glucocorticoide: Gastrointestinale Blutungs- und Ulkusgefahr erhöht g Andere NSA: Gastrointestinale Blutungs- und Ulkusgefahr erhöht h Acetylsalicylsäure: Spiegel des anderen NSA erniedrigt i Phenobarbital: NSA-Spiegel erniedrigt j Phenytoin: Phenytoinspiegel erhöht k Methotrexat: Methotrexat-Toxizität erhöht l Sulfinpyrazon: Ausscheidung des NSA verzögert/urikosurische Wirkung vermindert m Antikoagulanzien, orale: Erhöhte Blutungsgefahr n Hinweis: Auch wenn klinische Untersuchungen bisher keine Wechselwirkungen mit blutgerinnungshemmenden Mitteln zeigten, wird trotzdem vorsichtshalber eine Kontrolle des Gerinnungsstatus empfohlen. o Antidiabetika, orale: Blutzuckersenkende Wirkung verstärkt p Hinweis: Auch wenn klinische Untersuchungen bisher keine Wechselwirkungen mit oralen Antidiabetika zeigten, wird trotzdem vorsichtshalber eine Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen. |
| Intoxikationen | Neben gastrointestinalen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Leibschmerzen, Tenesmen, Diarrhö, gastrointestinalen Blutungen kann es bei hohen Dosen u. U. (durch Ödembildung und Blutung) zu zentralnervösen Erscheinungen kommen: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Sehstörungen, Unruhe und Verwirrtheit. Auch Hautausschläge, periphere Ödeme und allg. Blutungsneigung sind als Intoxikationsfolgen möglich. Außerdem kann es zu Hypotension, Atemdepression u. Cyanose kommen.
Therapie Giftentfernung: Bei oraler Aufnahme Brechmaßnahmen oder Magenspülung. Elementarhilfe: Kontrolle und Ausgleich des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes. Cave: Interaktion mit Cumarinen, oralen Antidiabetika, Thyroxin. |
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