Tilidin
 Substanzen / Opioide / Tilidin

 Allgemein
NameTilidin
HandelsmarkenAndolor® Tropfen
Findol® N
Tilidin-ratiopharm® plus Tropfen
Tiligetic®/ -DP Dosierpumpe
Valoron® Injektionslösung (Btm)
Valoron® N Kapseln, Lösung
Valoron® N retard
uvw.
Rechtlicher StatusBtmG Anlage III (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel), ausgenommen sind Zubereitungen, die pro 100mg Tilidin mindestens 8mg Naloxon enthalten
Damit sind alle nahezu alle Tilidin-Präparate nur rezeptpflichtig
Gewinnungsynthetisch

 Chemie
systematischer NameEthyl-(2-dimethylamino-1-phenyl-3-cyclohexen-1-carboxylat)
SummenformelC17H23NO2
Atommodelle
Abb. 1
Abb. 1


Molare MasseTilidin: 273,37g/mol
Tilidinhydrochlorid: 309,85g/mol
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat: 318,85g/mol
ErscheinungsformTilidinhydrochlorid: Kristalle
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat: Kristalle aus Ethylacetat-Methylethylketon
SchmelzpunktTilidinhydrochlorid: 159°C
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat: 125°C
Löslichkeit WasserTilidinhydrochlorid-Hemihydrat: leicht löslich

 Pharmakologie
Wirkstärke (relativ zu Morphin)0,2
IndikationAnalgetikum
perorale Bioverfügbarkeit6%
HWZ3-5h (Nortilidin)
Wirkdauer3-5h
BesonderheitenDem Zusatz von Naloxon (einem Opioidantagonisten) zu fast allen Tilidin-Zubereitungen liegt folgende Überlegung zu Grunde: Arzneistoffe, die über den Magen aufgenommen werden, passieren gleich anschließend die Leber, wobei viele Verbindungen metabolisiert, also umgebaut werden (1st Pass Metabolismus). Tilidin ist ein Prodrug, die erst beim 1st Pass zum eigentlich wirksamen Nortilidin abgebaut wird, während Naloxon bei der Leberpassage deaktiviert wird. Das Blut, welches erst nach der Leberpassage das zentrale Nervensystem erreicht, enthält also praktisch kein Naloxon (welches die Wirkung aufheben würde) mehr, dafür um so mehr Nortilidin, welches die entsprechende Wirkung entfalten kann.
Der Naloxonzusatz soll über diesen Mechanismus die Präparate für Missbrauch ungeeignet(er) machen: eine parenterale Applikation (Injektion) ist nicht nur unwirksam, sondern kann bei einem Opioidabhängigen stärkste Entzugssymptome auslösen, da das enthaltene Naloxon nicht deaktiviert werden kann und so unverändert im ZNS vorhandene Opioide von den Rezeptoren verdrängen kann. Auch die orale Einnahme sehr hoher Dosen ist nicht sinnvoll: ab einer Einzeldosis von 24-32mg Naloxon ist die Leber nicht mehr in der Lage, die ganze Menge auf einmal zu deaktivieren, es kommt also noch ausreichend Naloxon im ZNS an, um die Opioidwirkung zu unterdrücken.
Rote ListeA 85

 Toxikologie
DL50 Maus (7 Tage)437,0mg/kg i.g.
490,0mg/kg s.c.
52,0mg/kg i.v.
DL50 Ratte (7 Tage)417,7mg/kg i.g.
400,0mg/kg s.c.
74,1mg/kg i.v.
TherapieCarbo medicinalis, ggf. sonstige primäre Giftelimination

 Wertung 
Stärke 
Anregung 
Sedierung 
Halluzination 
Euphorie 
Empfindung 
Verträglichkeit 
Verfügbarkeit 
Anwendung 
Es wurden 17 Wertungen berücksichtigt

 Anwendung
mittlere therapeutische Einzeldosis50-100mg
mittlere therapeutische Tagesgesamtdosis100-300mg
EinnehmenAnfängerdosis ist etwa 50mg
InjizierenKombinationspräparate mit Naloxon können nicht injiiert werden (s.o.)
Schnupfensiehe Injizieren

 Diskussion 
 Themaerster BeitragAntwortenletzter Beitrag
 Folgen langfristiger Valoron N Einnahme24.02.2004, 23:01:33, Gast207.03.2004, 21:43:02, Prof.Heroin

 

 Quellen

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