Wohl$tandskinder - Ein kleines Märchen
Ein kleines Märchen, von ’nem Prinz, der alles hat,
und seine Diener hör’n ihm zu, wenn er die größten Sorgen hat.
Er darf alles machen, darf alles tun, was er nur will und kann,
doch er ist jetzt schon 30 und immer noch kein echter Mann.
Und so ging der Prinz hoch in den Turm,
wo die Prinzessin wohnt.
Er klopfte an die Tür und sprach ganz lieb:
Hey, hey, hey – hey, sag mal, schläfst du schon?
Ich krieg kein Auge zu, denn ich denk unentwegt an dich.
Hey, hey, hey – hey, sag mal, hörst du schlecht?
Ich will’s animalisch mit dir treiben, und das kümmert dich ’n Dreck.
Hey, hey, hey – hey, sag mal, schläfst du schon?
Ich krieg kein Auge zu, denn ich denk unentwegt, denk unentwegt an dich.
Wie in jedem Märchen muss der Prinz in die Drachenhöhle geh’n,
den Drachen töten und blutverschmiert um ihr Händchen fleh’n.
Wenn er versagt, dann war’s halt Pech, und ein anderer Prinz ist dran,
doch wenn der wiederkommt, fängt schon ein neues Märchen an.
Nur der König und der Hofnarr
geh’n jede Nacht zu ihr,
singen warme Lieder und klopfen an die Tür:
Hey, hey, hey – hey, sag mal, schläfst du schon...
Hey, hey, hey – hey, sag mal, schläfst du schon...