Projekt
„Klassenraumverhüllung“
Die Realschulklasse R8c
veranstaltete ein Gemeinschaftsprojekt im Rahmen des Kunstunterrichts. Das
Motto war Aktionskunst und die Beschäftigung mit der verfremdenden
Wirkung, die entsteht wenn man Alltagsgegenstände verhüllt und somit
für den Betrachter unsichtbar macht.
Hinführung
Der Einstieg in diese Unterrichtseinheit erfolgte mit einem Theorieteil.
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten die unterschiedlichen
Funktionen von Verpackung.
Nachdem sie erkannten, dass das Verpacken von Gegenständen sowohl den
Zweck des Verbergens, des Schutzes, der Ästhetisierung sowie auch des
Hinweises auf den Inhalt als eigentlichem Ziel der Verpackung dienen kann,
erprobten sie in Eigentätigkeit diese verschiedenen Zwecke der Verpackung
aus
Erprobungsphase
Verschiedene Schülerkleingruppen mussten bestimmte Gegenstände „sinnvoll“
verpacken. Auf diese Weise hinterfragten sie den Zweck der Verpackung
oftmals kritisch und erkannten Unterschiede in den Verpackungsqualitäten.
Sie erkannten, dass jeder Verpackungstyp einen bestimmten Zweck verfolgt
und somit auch die Zellophanfolie um den Blumenstrauß, die zwar nicht dem
Zweck des Verbergens bzw. Schutzes sondern der Aufwertung des Produktes
dient.
Überprüft wurden diese neuen Erfahrungen an Produkten aus der direkten
Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler.
Christo
und Jean Claude
Als Abschluss dieser Unterrichtseinheit stand eine Werkbetrachtung von
Verpackungsaktionen von Christo und Jean Claude.
Erstaunlicherweise standen die Schülerinnen und Schüler dieser Art von
Kunst sehr aufgeschlossen gegenüber und interessierten sich für weitere
Aktionen des Künstlerpaares, zumal einem Großteil der Klasse die
Verpackungsaktion des
Berliner Reichstages bekannt war.
Die Schülerinnen und Schüler erkannten rasch, dass sich die Qualität
von Dingen, die uns im Alltag täglich begegnen, durch die Verpackung
ändert. Gegenstände erlangen eine neue stoffliche Qualität zu der Sich
der Reiz des Versteckten hinzugesellt. Ist das Verpackte bzw. verhüllte
Objekt dann noch von entsprechender Größe zeigt sich ein eminenter
Verfremdungswert, der nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Klasse
R8c in ihren Bann zog.
So entschloss man sich etwas aus dem
unmittelbaren Erfahrungsbereich der Klasse zu verhüllen. Die
Schülerinnen und Schüler entschieden sich daher naheliegend dafür, ihr
Klassenzimmer zu verpacken. Das Material sollte aus Umweltgedanken
Zeitungspapier sein (Die Tafel blieb aus Unterrichtstaktischen Gründen
unverpackt.)
Verpackungsaktion
Interessant bei der Verpackungsaktion war der kommunikative Aspekt der
Aktion. Man gebe einer Gruppe von einigen Schülerinnen und Schülern eine
Rolle Tesakrepp und einen Stapel Zeitung und lasse sie gewähren. Das
Ergebnis war erstaunlich. Sie arbeiteten zwei Unterrichtsstunden
konzentriert zusammen und arrangierten und unterstützten sich
gegenseitig, wobei der Spaß, den sie an der Sache hatten unübersehbar
war.
Der Boden blieb aus technischen Gründen unverpackt. Die Bänke wurden mit
weißem Papier überzogen, damit die Kleidung der Schülerinnen und
Schüler nicht durch abfärbende Druckerschwärze beschmutzt würden. Aus
gleichen
Überlegungen heraus wurden die Stühle nicht eingepackt.
Nachdem dann alles, auch die Decke und Fenster verpackt waren, ergab sich
eine erstaunliche Wirk