Die Geschichte: Die Welt Vana'Diel. Ein wunderschöner Planet in der sich Schwerte, Magie und Technologie vermischen. Eine Welt die in ihrer Vergangenheit von der Quelle allen Seins gesegnet war, den Kristallen. Zusammen mit ihrer Kraft kämpften die, die an das Licht glauben gegen die Horden der Finsterniss und ihrem Anführer, dem Shadow Lord. Diese Monster zerstörten einst die wunderschönen Städte und Dörfer und verwandelten das Land in eine Öde und das Wasser in tödliches Gift. Zuguterletzt war die Menschheit in der Lage die Monster zurückzuschlagen und den Frieden wieder zu erlangen. Jedoch 20 Jahre nach diesem Vorfall, zu einer Zeit wo die Menschen langsam die schrecklichen Momente wieder vergessen konnten, scheint sich das Böse erneut zu erheben und das Lang Vana'Diel heim zu suchen. Die ganze Hoffnung ruht nun auf der Kraft der Kristalle.
Das Spiel: Final Fantasy XI ist das zweite Final Fantasy Spiel auf der PlayStation 2,
mal ganz abgesehen von der PC-Version, und das erste das einen völlig neuen Weg einschreitet. Erstmals sollten Spieler auf aller Welt das Spiel komplett online Spielen. Final Fantasy sollte also das werden, was weitgehend als MMORPG (Massively Multiplayer Online RPG) bekannt ist. Eigens dazu wurde das Online-Netzwerk "PlayOnline" auf die Beide gestellt, dass die Spieler der Welt miteinander verbinden soll. Wer Final Fantasy Spielen will, muss sich dazu vorher natürlich erstmal bei PlayOnline anmelden. Doch noch bevor es soweit braucht man natürlich erstmal,
zumindest als Besitzer der PlayStation 2 Version, das passende Equipment. So ist erstmal der Kauf eines speziellen Modems und einer Festplatte, bekannt als PlayStation BB Unit (BB = BroadBand) für die PlayStation 2 fällig. Das Modem ist nötig, da die PlayStation 2 kein eigenes Modem integriert hat. Auf der Festplatte wiederum werden die persönlichen Einstellungen des Spielers gespeichert.
Zusätzlich zu den beiden Dingen sind eventuell auch noch der Kauf einer
passenden Maus und Tastatur fällig. Das ist zwar nicht zwingend erforderlich,
aber zu empfehlen wenn man sich nachher mit anderen LEuten unterhalten möchte. Die Final Fantasy XI Disc, die man sich logischerweise ebenfalls noch kaufen muss, ist nur für die Installation notwendig. Nachher kann man sie ruhig aus dem Schacht nehmen und weiterspielen. Jedem Spieler wird bei einer Anmeldung erstmal eine sogenannte "Contents-ID" zugewiesen, die auf der Festplatte abgespeichert wird. Das ganze ist dabei zumindest in Japan nicht kostenlos. 1280 Yen, das sind umgerechnet knapp 11 Euro, kostet das Spielen mit Final Fantasy XI mit seinem Charakter monatlich, jeder weitere erstellte Charakter schlägt nochmal mit weiteren 100 Yen (etwa 85 Cent) zu buche. Das sind jedenfalls die japanischen Anfangspreise. Abgerechnet wird hierbei per Kreditkarte. Alle Preise verstehen sich natürlich zuzüglich des Preises, den man für die Final Fantasy XI Disc berappen muss.
Einmal angemeldet und registriert gilt es nun sich einen Charakter zu basteln, bei dem ihr euch neben Größe, Haarschnitt, Gesicht auch eine Rasse aussuchen. Ihr habt die Wahl zwischen den Humen (Menschen), den Elvaan, den Tarataru, den Mithra und den Galka. Je nach Charakterwahl habt ihr bestimmte Vorteile und Handicaps beim Umgang mit Waffen, Magie usw. Unabhängig davon können eure Helden bestimmte Berufe lernen, wobei mit Berufen in diesem Fall die eigentlich schon bekannten Job-Klassen gemeint sind, die man schon aus Final Fantasy III und V kennt. So kann man seinen Charakter u.a. zu einem Kämpfer, Schwarzmagier oder Dieb züchten. Hier sollte man u.U. wie schon erwähnt auf die Rasse achten die man gewählt hat. Während ein Humen in allen Belangen neutral ist, geben die Elvaan z.B. hervorragende Kämpfer ab, die Tarataru besonders mächtige Schwarzmagier und die Mithra besonders geschickte Diebe.
Als nächstes gilt es einen Heimatort auszuwählen. Diese Auswahl sollte gut überlegt sein, denn später hat man die Aufgabe sich für diese Stadt einzusetzen und u.U. dafür zu kämpfen. Desweiteren hängt das Begrüßungsgeschenk von der Wahl der Stadt ab. Aber gehen wir erstmal näher auf die Städte ein. So gibt es als erstes die Republik Bastok, die aufgrund ihrer reichen Bodenschätzen zu einem Ort der Technologie und Wissenschaft wurde und hauptsächlich von Humen und Galka bewohnt wird. Der zweite möglicher Startort ist die Föderation Windurst. An diesem Ort leben die Tarutaru und Mithra in Frieden miteinander und mit der Natur verbunden. Dieser sehr natürliche Ort ist berühmt für die aus ihm entspringenden Magier. Der letzte Ort ist das Königreich San D'oria. Dieser völlig aus Marmor bestehende Ort erinnert am ehesten an eine Festung und wird hauptsächlich von den Elfen bewohnt. Hieraus entspringen die besten Kämpfer. Einmal mit dem Spiel angefangen wird der erste Ort den man aufsucht sicherlich das Moogle-Haus sein. Hier kann man seine Job-Klasse wechseln und sich ausruhen. Das Moogle-Haus steht übrigens nicht fest an einem Ort, sondern kann in verschiedenen Bereichen in der Welt Vana'Diel gefunden werden. Sobald ihr euch mit eurem Zuhause vertraut gemacht habt, steht euch nun frei was ihr tun wollt. Ihr könnt versuchen direkt auf Abenteuer zu gehen, ihr könnt euch aber auch erstmal einer Gilde anschließen. Wer sich einer Gilde anschließt kann einen Beruf erlernen. Damit ist nun aber wirklich ein Beruf gemeint. Dies hat Vorteile, da ihr so neue Fähigkeiten erhalten könnt. Als Schmied könnt ihr so selbst Waffen schmieden, als Chemist könnt ihr eigene Heiltränke brauen und als Schreiner habt ihr die Möglichkeit sowohl Möbel für euer Moogle-Haus als auch nützliche Dinge wie Schilde zu erstellen.
Sobald ihr den schützenden Wall der Stadt verlassen habt, fängt auch der gefährliche Teil des Spiels an. Den ab nun könnt ihr auf der Welt Monster begegnen, und von denen gibt es reichlich. Hier ist Vorsicht gefragt. Die Monster in direkter Nähe der Stadt sind sicherlich noch einfach, aber darüber hinaus hindert euch eigentlich keiner daran dorthin zu gehen wo ihr wollt, und das kann Folgen haben. Leicht könnt ihr so auf einen übermächtigen Gegner treffen. Hier beginnt nun auch der Teil des Spiels, der ein MMORPG ausmacht. Alleine kommt ihr halt nicht durch alle Gegenden, also solltet ihr euch vielleich an andere Mitspieler wenden, damit ihr etwas unterstützung erhaltet. Ideal wäre natürlich ein bereits erfahrener Spieler, der schon einiges an Kraft hat und euch soi beschützen kann, aber wie es bei einem MMORPG nunmal ist, gibt es hier keine Garantien. Es hängt halt davon ab ob sich der Spieler dieses unerfahrene Anhängsel antun will, das einem doch nur die Erfahrung abzwackt. Ihr könnt natürlich direkt versuchen mit euch bekannten Freunden zu zocken, doch das ist nicht so ganz einfach. Bei der Erstanmeldung werdet ihr nämlich einem der etwa 20 PlayOnline-Servern zugeordnet, die übrigens alle die Namen von diversen Summon-Monstern haben. Ab da sitzt ihr auf dem Server fest. Pech für euch wenn euer Freund auf einem anderen Server sitzt. Abhilfe schafft, natürlich neben dem nicht ganz billigen Versuch sich andauernd neu zu registrieren bis ihr auf dem Server eures Freundes landet, der sogenannte World Pass, der in diversen Shops in Final Fantasy XI gekauft werden kann. Mit einem World Pass könnt ihr einem Freund eine Nummer geben, mit der er bei der Charaktererstellung gezielt auf einen Server gehen kann. Ihr solltet euch jedoch recht bald überlegen ob ihr den Server wechseln wollt oder nicht. Denn erstens wird der World Pass mit steigender Spielzeit immer teurer und zweitens muss er nach spätestens einer Woche eingesetzt werden oder er verfällt. Das gleiche gilt wenn er mehr als 5-mal eingesetzt wird.
Ob nun allein oder in einer Gruppe könnt ihr nun eure ersten Aufträge annehmen. Diese Mini-Aufträge machen einen Großteil des Spiels aus, da die Story im Spiel, wie bei eigentlich allen MMORPGs, eher eine Nebenrolle spielt, auch wenn man versucht hat dem ganzen eine allgemeine Hintergrundstory zu verpassen, die sich aber erst nach und nach entfaltet. Habt ihr einen Mini-Auftrag erfolgreich erfüllt, werden damit automatisch weitere Aufträge freigeschaltet. Das ganze spielt sich in einer, wie soll es auch anders sein, völlig in 3D gehaltenen Welt ab, die sich in einem ungewohnt westlichem, mittelalterlichen Stil präsentiert. Natürlich bleiben wie bereits erwähnt die Kämpfe nicht aus. Diese finden komplett in Echtzeit direkt auf der Weltoberfläche statt, auch wenn ihr wie bei Final Fantasy gewohnt diese immer noch per Menü steuert. Einen speziellen Kampfbildschirm gibt es nicht. Hier spielen Gruppenstrategien nun mitunter eine wichtige Rolle. Nakämpfer können nun versuchen sich an einen Gegner heranzuschleichen, während die Magier unter euch den Gegner aus sicherer Entfernung mit Zaubern attackieren. Die jeweilige Strategie entscheiden die Spieler untereinander. Habt ihr einen Kampf erfolgreich überstanden winkt es neben Gil und einem eventuellen Gegenstand auch Erfahrungspunkte. Die Höhe der Erfahrungspunkte hängt vom jeweiligen Gegnerlevel ab. Allgemeine rassenbezogene Erfahrungpunkte gibt es nicht mehr. Natürlich werdet ihr mit erfolgreichem Spielen nach und nach immer stärker. So könnt ihr euch im Laufe der Zeit z.B. in den diversen Jobs immer teurere Zauber leisten, und später sogar neue Job-Klassen wie z.B. Paladine oder Summoner freischalten. Sollte es dennoch einmal kommen, dass euer Charakter stirbt, ist das auch kein Beinbruch. Sofern ihr von jemand anderem nicht wiederbelebt werdet, landet ihr wieder in eurem Moogle-Haus, wobei euch jedoch 10% der Erfahrungspunkte zum nächsten Level abgezogen werden.
Natürlich bleibt es nicht aus dass bei einem Online-RPG es auch immer mal wieder schwarze Schafe unter den Spielern gibt, die versuchen andere Spieler über's Ohr zu hauen. Desweiteren wird Final Fantasy XI auch noch während des Spiels immer mal wieder erweitert, sprich neue Handlungsmöglichkeiten, Magien und Techniken hinzugefügt, was zu neuen Bugs im Spiel führen kann. Für dieses Problem gibt es in Final Fantasy XI sogenannte Game Master, das sind besondere Spieler, die soetwas wie eine Aufpasserrolle haben und meißtens an besonderen Namen oder Ausrüstungsgegenständen zu erkennen sind. Ihnen kann man Spielfehler mitteilen, und sie sind es auch, die Spieler u.U. zurechtweisen. Zur Kommunikation der Spieler wurde extra ein eigenes Enomicon-System eingerichtet. Diese Enomicons zeigen u.a. die Stimmung des jeweiligen Charas und sollen helfen die Sprachbarriere zwischen den einzelnen Ländern zu überbrücken. Neben dem eigentlichen Spiel kann man sich im PlayOnline Netzwerk auch über diverse Foren und Chatrooms austauschen. Desweiteren findet man hier diverse Gallerien und Nebenspielchen.
Meine Meinung:
Oje, sich über Final Fantasy XI auszulassen ist echt nicht einfach. Wer ein
Rollenspiel erwartet, dass man einfach kauft, bei dem man sich einfach
zurückziehen und dann eine ausgefeilte Story genießen kann, dern muss ich
leider schwer enttäuschen. Final Fantasy XI ist ein reinrassiges MMORPG und
hat damit nicht viel mit Story am Hut, jedenfalls nicht in dem Maße wie man
es sonst gewohnt ist. Wie eigentlich bei allen anderen MMORPGs machen hier die
Interaktionen mit den anderen Mitspielern die Musik. Ohne sie wäre Final
Fantasy XI sicherlich schnell langweilig. Wer also immer schonmal ein
Multiplayer RPG im Final Fantasy Look, das bedeutet in diesem Fall mit dem
Final Fantasy Job-System, den Monsterklassen und natürlich dem offiziellen
Namen spielen wollte, für den ist Final Fantasy XI sicherlich ein Geschenk
des Himmel. Das bedeutet wenn, ja wenn das Spiel das ganze auch mitmacht. Und
hier kommen wir zum momentan größten Schwachpunkt des Spiels. Nein, nicht
des Spiels direkt, aber zum größten Schwachpunkt des ganzen
Online-Netzwerks. Seit dem Start von Final Fantasy XI hat es immer wieder
Schwierigkeiten gegeben. Erst war die Anmeldung fehlerhaft, dann stürtzte das
Netzwerk immer mal wieder ab. Neben eventuellen Bugs gab es eigentlich immer
wieder eine Begründung für dieses Verhalten: Systemüberlastung. Square tut
sich mit seinem PlayOnline-System mehr als schwer, dabei war doch ein
Spieleransturm mehr als nur zu erwarten. Dieser Andrang war von Anfang an so
sicher wie das Amen in der Kirche, und ich rede hier nur von Japan alleine.
Das ganze geht nun mitlerweile so weit, dass Square den Verkauf von Final
Fantasy XI limitiert hat, damit es nicht zu viele Neuanmeldungen gibt. Fragt
sich wie das ganze dann noch weltweit geregelt werden soll, wenn die USA und
Europa hinzukommen. Das andere Problem ist sicherlich die Finanzierung. Square
will nicht nur für den Kauf des Spiels, sondern auch für das eigentliche
Spielen Bares sehen. In Japan wo es die meißten Fans gibt, und in den USA mit
seinen preiswerten Internettarifen ist das ja noch zu verkraften, aber wie
soll die Sache bitteschön in Europa laufen, wo es größtenteils sehr teure
Tarife gibt? Nun, die Zeit wird es zeigen, auch wenn jetzt schon böse Zungen
behaupten, dass mit einer Einführung in Europa erst 2004 zu rechnen ist. Aber
lassen wir das Ganze erstmal auf uns zu kommen. Vielleicht sind die Tarife ja
dann europaweit spürbar preiswerter geworden. Außerdem sollte es genug Zeit
sein, die technischen Startschwierigkeiten endgültig auszumerzen. Ach ja, wer
Angst hat, dass Final Fantasy XI nun den neuen Weg von Final Fantasy
beschreibt, den möchte ich an dieser Stelle beruhigen. Laut Square soll Final
Fantasy XII wieder ein Offline-Spiel werden.
|