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Kolumne |
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Hammer! oder - Was macht ein gutes Spiel?
Neulich bei Dreamcast Magic. Dem ungeduldig erwarteten Postboten wird von einem Rudel glutäugiger Redakteure ein Paket entrissen, das hoffentlich neue Videospiele enthält. Zu diesem archaischen Ritual gehört anschließend eine erste lautstarke Bewertung der Produkte. "Hammer!" tönt es, "Pflichtkauf" schallt es, "Ein must-have!" kreischt es - oder eben nicht. Spiele, die nicht einem hohen Erwartungsdruck ausgesetzt waren, werden aber eher ausgeschwiegen als nachdrücklich verspottet und verdammt. Die "Qualitätsspiele" jedoch werden mit zittrigen Händen in die Konsole eingelegt und atemlose Spannung entsteht.
Was aber macht aus einem Spiel einen "Hammer"? Die Meinungen der Redakteure weichen hier - wie nicht anders zu erwarten - weit voneinander ab. Der eine freut sich auf das nächste Spiel eines Genres, dessen jährliches Update trotz Innovationsarmut gezockt werden muss; der nächste lauert auf den siebenhundertvierunddreissigsten Teil eines Action-Adventures, weil er sich schon zwei Statuen der Heldin neben das Bett gestellt hat. Gibt es überhaupt einen gemeinsamen Nenner bei der Verleihung des Awards "Hammer"?
"Spielen" ist schon für sich eine merkwürdige Sache. Der Begriff "Spiel" auch, aber das führt zu weit. Eine Freundin sagte, sie träfe sich mit Bekannten zum Spielen, um mit den Händen etwas zu tun, während geredet wird. Ein Marketingscherge eines Videospieleherstellers sagte auf einer Präsentation, Spielen sei eine "excuse to socialze", also etwa "eine Entschuldigung oder Rechtfertigung, um miteinander abzuhängen". Er muss es ja wissen, und vielleicht geben ihm die erfolgreichen Partyspiele à la "Samba" oder "Space Channel 5" recht. Allein zu Hause verstauben die Spiele aber bald im Regal und andere Scheiben drehen sich in der Konsole, oder?
Vielleicht ist das ein wichtiges Kriterium: Die Wiederspielbarkeit. Das Spiel muss aus sich heraus oder durch zu erspielende Extras eine Laaaangzeitmotivation besitzen. Ich glaube, meine Lieblingsspiele entführen mich in einen Film und lassen mich ihn gestalten. Ich will Geschichten erleben, die danach erzählt werden, wie ich handle. Ich will, dass Emotionen erzeugt werden. Ich will einen "Hammer"!
Jürgen Wiemer Kolumne vom Januar |
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